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Studie zum Umsetzungsstand energieeffizienter und CO2-neutraler Logistikanlagen und -gebäuden

22.07.2015 | id:9025174

Wie ist der aktuelle Umsetzungsstand von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Senkung von CO2-Emissionen von Logistikanlagen und -gebäuden? Welche Maßnahmen wurden bereits ergriffen und wie weit ist das Potenzial in Logistikzentren schon ausgeschöpft? Wo liegen die Hemmnisse und aus welcher Motivation heraus setzten Unternehmen Maßnahmen um?

Diese Fragen wurden vom Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der Technischen Universität München an 76 Umfrageteilnehmer aus Industrie, Handel und Dienstleistung in Deutschland im Mai 2015 gestellt.

Die Ergebnisse zeigen:

Eine energieeffiziente und CO2-neutrale Logistik hat bei den Teilnehmern der Studie einen hohen Stellenwert. So bewerten über 80 Prozent diese Themen für ihre Logistikanlagen und -gebäude als wichtig bis sehr wichtig. Der Umsetzungsstand kann als durchaus positiv bewertet werden, denn 75 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits Maßnahmen realisiert. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg, zumal bei der Vielzahl an Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz noch großes Potenzial auszuschöpfen ist.

Wurden Maßnahmen bei den Befragten umgesetzt, waren Energiekosten-einsparungen und Effizienzsteigerungen für 86 Prozent der Befragten der wichtigste Grund und Motivator. Umweltbewusstsein und unternehmerische Verantwortung geben 54 Prozent als Treiber zum Handeln an. Kundenanfor-derungen werden von 14 Prozent der Befragten als Motivator für die Realisierung energieeffizienter Logistikanlagen und -gebäude genannt.

Hemmnisse, die eine Umsetzung von Maßnahmen erschweren oder gar verhindern, sind insbesondere zu hohe Amortisationszeiten. Diese stellen 40 Prozent der befragten Unternehmen vor eine große Herausforderung. Wegen einer fehlenden Wirtschaftlichkeit werden Maßnahmen bei 30 Prozent der Befragten nicht durchgeführt. Informationsdefizite führen bei 45 Prozent zu keiner Realisierung von Maßnahmen

Auf Grundlage des festgestellten Umsetzungsstandes und der vorherrschenden Hemmnisse lassen sich folgende drei Handlungsfelder identifizieren:

–   Akzeptanz erhöhen: Notwendigkeit erkennen und im Unternehmen verankern

–   Informationsdefizite beseitigen: Wissen und Methoden verbreiten und anwenden

–   Umdenken fördern: Wandel zu einer nachhaltigen Bewertung mit Lebenszyklusbetrachtungen

Die Ergebnisse basieren auf einer vom Lehrstuhl fml durchgeführten Unternehmensbefragung und können unter www.fml.mw.tum.de kostenlos heruntergeladen werden.

Bildquelle : gwycech / shutterstock.com

Friedrich, Juliane
Friedrich, Juliane
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